Bildung auf Tellern oder: wie kann Schule eine gute Basis für lebenslanges Lernen und innovatives Klima bilden?

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Wie soll man hier über den Tellerrand schauen, wenn man schon kaum auf den Teller blicken kann? (Skizze AMS)

In einem Buch des nobelpreisdekorierten Neurowissenschaftlers Eric Kandel entdeckte ich eine Aussagen, die ich im Folgenden kommentieren und ausführen möchte:

Weil Gymnasiasten einen hoch qualifizierten Unterricht in den Geistes- wie auch in den Naturwissenschaften erhielten, entwickelten sie breit gefächerte kulturelle Interessen. Ihre Ausbildung befähigte sie, die Kluft zwischen Naturwissenschaft, Geisteswissenschaft und Kunst mit Leichtigkeit zu überwinden.“ (Kandel 2014, 50)

In seinem Buch „Das Zeitalter der Erkenntnis“ beschreibt Kandel die Situation in Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts und das geistige Klima, das dort herrschte. Ein Klima, das auch durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und wissenschaftlichen Aufbruchs geprägt war, so Kandels Beobachtung. Er schildert eine Zeit, die von großem Interesse an Grenzüberschreitungen geprägt war und zeichnet die wechselseitige Bereicherung von Wissenschaft und Kunst nach.

Das Gymnasium sei der Ort gewesen, an dem der Grundstein für dieses innovative Klima gelegt wurde, denn dort habe man nicht nur Wissen in diversen Bereichen erworben, sondern Interessen entwickelt. Mehr noch, man habe breitgefächerte, kulturelle Interessen entwickelt, und die Fähigkeit, Grenzen zu überwinden.

Betrachten wir die aktuelle Situation wird deutlich: was wir besonders nötig haben, ist ein Klima der Innovation und Grenzüberschreitung. Ein Denken, das den eigenen Tellerrand nicht verlässt, können wir uns nicht leisten.

Es wäre also wünschenswert, dieses Potenzial von Schule, das Kandel meint, wieder in den Blick zu nehmen. Weiterlesen

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