Blick in mein Sommeratelier

Nach einem turbulenten Schuljahr habe ich die Arbeit in meinem Atelier wieder verstärkt aufgenommen. Das nehme ich zum Anlass, einen Einblick in meine Werkstatt zu zeigen:

Steine, Steine, Steine ... und irgendwie sind sie doch Verwandte der Wolken.

Steine, Steine, Steine … und irgendwie sind sie doch Verwandte der Wolken.

Strich für Strich entstehen die Räume auf dem Papier: Innenraum, Außenraum, Umraum. Materie in Form, Form in Materie ...

Strich für Strich entstehen die Räume auf dem Papier: Innenraum, Außenraum, Umraum. Materie in Form, Form in Materie …

weiter auf der Suche nach dem Innenraum ...

weiter auf der Suche nach dem Innenraum …

und weiter ...

und weiter …

und weiter ...

und weiter …

Was passiert an den Stellen, an denen der Stein seine unendlich langsam gewachsene Form abrupt verliert? Ende oder Einblicke in Unendlichkeit?

Was passiert an den Stellen, an denen der Stein seine unendlich langsam gewachsene Form abrupt verliert? Ende oder Einblicke in Unendlichkeit?

"Tja", sagen die Vögel ...

„Tja“, sagen die Vögel …

... und der Rehbock erinnert sich an die Malerei, die es im letzten Jahr gab ...

… und der Rehbock erinnert sich an die Malerei, die es im letzten Jahr gab …

???

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Der Apfelbaum erinnert sich an den Frühling.

Der Apfelbaum erinnert sich an den Frühling.

Zwei Stachelige unterhalten sich.

Zwei Stachelige unterhalten sich.

Aus meiner Sammlung an Naturumhüllungen ...

Aus meiner Sammlung an Naturumhüllungen …

Hülle, Haut, Schale ... Vom Atem der Natur umarmt?

Hülle, Haut, Schale … Vom Atem der Natur umarmt?

Ölig umarmt? Etwas schroff, trotz zart?

Ölig umarmt? Etwas schroff, trotz Zartheit?

Blättern in unserem Garten. Diese Blätter haben sich wie Häute um die Hände gelegt, wenn man sie nahm. Erinnerung und Gefühl konserviert ...

Es gab mal einen Baum mit großen, weichen Blättern in unserem Garten. Diese Blätter haben sich wie Häute um die Hände gelegt, wenn man sie nahm. Erinnerung und Gefühl konserviert …

auch so ...

auch so …

zum Schluss!

zum Schluss!

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Kunstunterricht: Wozu ist das gut?

Als Lehrerin entscheide ich faktisch jeden Tag über die Verwendung von Lebens- und Bildungszeit meiner Schüler. Kinder und Jugendliche verbringen in der Schule, in der ich arbeite, ca. 45- 90 Minuten im Kunstunterricht. Sie zeichnen, malen, fotografieren, plastizieren, fertigen Drucke an, bauen Modelle und betrachten Kunstwerke und Phänomene der Alltagsästhetik.

Die Frage, `wozu ist das gut?`, steht nicht nur oft im Klassenraum, sondern beschäftigt sicher auch Eltern und Menschen, die über Schule nachdenken.

Warum einen aufwendigen Holzschnitt zum Drucken eines Bildes anfertigen, wenn wir doch allerorts und jederzeit über Drucker verfügen? Muss man heute wirklich noch zeichnen können?

Weshalb mit den Werken von freakigen Künstlern Zeit verbringen oder Architektur aus längst vergangener Zeit betrachten?

Ich möchte hier einige meiner persönlichen Antworten anbieten und meine Unterrichtsentscheidungen offen legen, fragmentarisch, strichpunktartig, diskutierbar

Beispiel 1: Ein Raum für einen Satz

Bei dieser Unterrichtseinheit wählten die Schüler einer 12. Klasse eine Zeile aus einem Lied oder einem Gedicht. Die Aufgabe bestand darin, zu dem Textfragment modellhaft eine Rauminstallation zu entwickeln, die mit Schrift und Bild arbeitet.

2018

Wozu? Weiterlesen

Publikationen Anna-Maria Schirmer

Publikationen Anna-Maria Schirmer

 

Artikel in Fachzeitschriften:

  • SCHIRMER, Anna-Maria / KIRSCHENMANN, Johannes: Die Frage als Ausgangspunkt für eine gute Unterrichtsplanung. In: KUNST+UNTERRICHT. Beilage Heft 323/324. 2008, S. 16-18
  • SCHIRMER, Anna-Maria / KIRSCHENMANN, Johannes: Planungsparameter im Themenfeld Körper. In: KUNST+UNTERRICHT. Beilage Heft 323/324. 2008, S. 19-21
  • SCHIRMER, Anna-Maria: Kunst ohne Grenzen. Integrativer Kunstunterricht am Schyren-Gymnasium Pfaffenhofen. In: BDK Info Februar 2007
  • SCHIRMER, Anna-Maria / WICHELHAUS, Barbara: Orientierung: Förderung und Kompensation. In:KUNST+UNTERRICHT. Heft 334/335 2009 S. 70 – 77
  • SCHIRMER, Anna-Maria: Vom Weg in den Himmel oder in die Hölle … In: BDK Info, März 2008
  • SCHIRMER, Anna-Maria: Rauhnachtsgesellen und Dämonen. Unbekannte Figuren rund um die Weihnachtszeit. In: KUNST+UNTERRICHT, Heft 306, 2006 S. 27-29
  • SCHIRMER, Anna-Maria: Sidneys Begabung. Nachdenken über vermeintlich Selbstverständliches. In KUNST+UNTERRICHT, 369/370, 2012, S. 79
  • SCHIRMER, Anna-Maria: Kunstgeschichten gemeinsam entwickeln. Ein Projekt aus dem integrativen Kunstunterricht. In: KUNST 5 bis 10. Ausgabe 38 / 2015
  • SCHIRMER, Anna-Maria: Irritation und Intuition. In: gfwm Themen 10/2015 (eine Fachpublikation für die Gesellschaft für Wissensmanagement e.V.)
  • SCHIRMER, Anna-Maria: Warum ein Projekttagebuch führen? In: KUNST 5 bis 10. Ausgabe 46/2017

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Auf der Bühne fürs Leben lernen

Gestern feierte meine Theatergruppe und das Projektseminar Bühnenmusik mit dem Stück „Wo der Pfeffer wächst“ Prämiere. Alle Beteiligten hatten viel Freude und das Publikum war beeindruckt: Klasse!

Wo der Pfeffer wächst

Vor zehn Monaten haben wir das Projekt mit einem straffen Zeitplan gestartet. Als Ausgangsbasis wählten wir ein Musiktheaterprojekt, das Albert Kaul und Lorenz Hippe für jüngere Schüler entwickelten. Wir übernahmen Grundzüge der Handlung und begannen dann, unsere eigene Geschichte zu entwickeln.

Wir entwarfen Charaktere und Handlungsmomente und begannen parallel, die wachsende Geschichte in Spielszenen und Tanzperformances umzusetzen. Das Projektseminar nahm rasch die Arbeit auf und komponierte nicht nur Untermalungen, sondern auch einige Solosequenzen um unser Stück um eine musikalische Dimension zu erweitern.

Da unsere dreistündigen wöchentlichen Treffen Weiterlesen

ErkenntnisGestalten als Buch

Dank der freundlichen Unterstützung der Mehlhorn-Stiftung gibt es meine Studie „über die allmähliche Verfertigung der Erkenntnisse im bildnerischen Tun“ jetzt auch ganz handfest als Buch.

 

 

Kurz gesagt geht es um die Form, die das Erkennen annimmt, wenn es sich im Modus des künstlerischen Denkens und Darstellens vollzieht und um die Frage, wie künstlerisches Denken zu lehren ist.

Und etwas ausführlicher: Je breiter unser Repertoire an Weiterlesen

Ausstellung zum Semesterabschluss an der KU Eichstätt-Ingolstadt

Zum Abschluss des Semesters durfte ich die Ausstellung der Studierenden in der Johanniskirche in Eichstätt eröffnen. (Zur Zeit bin ich an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt als Vertretungsprofessorin eingestellt).

(Flickr-Foto-Galerie)

Hier ein Mitschnitt der Rede:

(die geringe Qualität der Aufnahme bitte ich zu entschuldigen)

Für diejenigen die lieber lesen hier der Text meiner Rede:

Liebe Gäste, liebe Studierende, liebe Mitarbeiter

Ich freue mich ganz besonders, diese Ausstellung eröffnen zu dürfen.

Zur Einführung möchte ich versuchen, wenn nicht ein Resümee, so doch ein paar Gedanken zur kunstpädagogischen Arbeit zu formulieren.

Umgeben von so viel mit der Hand Gemachtem, fällt mir eine Schlagzeile, die dieses Jahr im Januar für einiges Aufsehen sorgte ein: Finnland schafft die Handschrift ab! ES geht um die Reform der Richtlinien zum Schreibenlernen in Finnland. Man hat dort tatsächlich den Gedanken gefasst, die Handschrift durch das Schreibenlernen mit der Tastatur zu ersetzen.

Nun schaue ich mich um, und sehe überall Handschriften. Handschriften in den Zeichnungen, Handschriften in den Schriftbildern, Handschriften als Spuren der Hände im Ton oder im Holz.

Handelt es sich beim Arbeiten mit der Hand um ein fossiles Relikt aus einer Zeit vor dem Computer, das wir eigentlich getrost über Bord unserer hochmodernen Bildungsschiffe werfen dürfen?

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Kunst als Möglichkeits- und Freiheitsraum?

Auszug aus einer Rede zur Vernissage der Ausstellung „Rahmenlos“ an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt am 12.06.2015

Überzeichnetes Porträt von einem Flüchtling aus Bangladesch

Überzeichnetes Porträt von einem Flüchtling aus Bangladesch

(…)Die Frühlingsschule geht auf die Initiative Tun zurück – TUN organisiert in Zusammenarbeit mit der KU Eichstätt Starthilfe für Flüchtlinge. Neben Sprachkursen, individueller Begleitung und Hilfe bei organisatorischen Belangen, wurden über TUN von Iris Pachowsky und Caroline Partsch auch bildnerische Gestaltungskurse angeboten.

Diese Kurse zeichnen sich durch große Flexibilität aus. Es geht nicht darum, eine spezielle Technik zu vermitteln, sondern die Mittel und Werkzeuge der Kunst als Spielfelder unterschiedlichster Ausdrucksmöglichkeiten und Themenbezüge anzubieten. Dort, wo eine gemeinsame Sprache fehlt, muss es darum gehen, viele Ausdrucksformen anzubieten.

Neben Malerei und Zeichnungen finden sich u.a. auch Collagen.

Über ein, der Kollage durchaus verwandtes Verfahren sagte der Künstler Daniel Spoerri „Ich klebe Dinge, damit sie kleben bleiben“

Was bleibt hier kleben? Und wozu soll etwas kleben bleiben? Weiterlesen