Bin ich schön?

Beim Aufräumen der Archive meines Vaters fiel mir diese kleine Tonfigur in die Hände. Kaum 25 Zentimeter hoch zog mich ihre eigentümliche Präsenz in ihren Bann und motivierte mich zu einigen Gedanken.

Aktdarstellung einer jungen Frau mit intellektueller Beeinträchtigung

Aktdarstellung einer jungen Frau mit intellektueller Beeinträchtigung

 

Es handelt sich, klar erkennbar um eine weiblich Aktdarstellung. Trotz eines durchaus voluminösen Körpers steht sie auf zwei äußerst zarten Füßen. Oder schwebt sie? Der Körper ist senkrecht aufgerichtet, wobei rechte Schulter und Hüfte leicht gedreht sind, sodass wir ihr nicht ganz frontal gegenüberstehen. Diese vorsichtig abwehrende Haltung wird durch die Modellierung einer markanten, vertikalen Fläche zwischen Schulter und Bauch unterstützt. Die weibliche Gestalt blickt über eben jene Schulter und hat den Kopf dabei sicher wenngleich keineswegs überheblich wirkend erhoben. (…)

Einem gängigen Schönheitsideal entspricht diese Körperdarstellung nicht; zu füllig sind die Volumina, zu disharmonisch die Kurven, zu brüchig die Oberfläche. Aber zart wirkt sie allemal.

Es ist vielleicht eine Errungenschaft der Kunst der Moderne, dass wir heute ein vielschichtiges Bild von Schönheit haben. Jenseits allglatter Plastikschönheiten digital geglitterter Topmodels, die von immer gleichen Zeitschriften-Cover herab an uns vorbei blicken, gibt es längst Vorstellungen „des Schönen“ die auch das Imperfekte, von vermeintlichen Normen abweichende umfassen. In Galerien und Kunstmuseen hat sich eine Kultur der Körperdarstellung etabliert, die den bis zur Unmenschlichkeit idealisierten Bildern der Hochglanzjournale diametral gegenüber steht. Hier werden im übertragenen Sinn sowie ganz direkt Versehrtheit und Verletzlichkeit auf den Sockel gestellt. Erst der Körper in seiner individuellen Besonderheit, Spuren sensibler, nicht selten auch brüchiger Identität aufweisend, biografisch gezeichnet, vermag hier den Ausdruck des Menschlichen zu transportieren. Das Echte wurde zum Schönen.

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Tonrelief für Lebenshilfe Begegnungsstätte

[ Projekt von Anna-Maria Schirmer und Angelika Peter ]

Für Gut Aufeld – die neue Lebenshilfe Ingolstadt Begegnungsstätte mit Reittherapiezentrum in Hagau – hatten wir den Auftrag ein großes Relief anzufertigen. Das Relief wurde zusammen mit 8 Mitarbeitern (Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen) entwickelt und aus vielen einzelnen Ton-Platten hergestellt. Es fand seinen Platz Foyer des Haupthauses und begrüßt dort alle Gäste.

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Ausstellung – der Traum vom Fliegen

[ Projekt von Anna-Maria Schirmer und Angelika Peter ]

Seit 2004 arbeite ich ehrenamtlich für die Lebenshilfe Ingolstadt und versuche, die Ideenwerkstatt dort weiter umzusetzen. Im Februar 2004 verfolgten wir, Geli Peter, Mitarbeiter der Werkstatt für Menschen mit Behinderung und ich den „Traum vom Fliegen“. Jeder Teilnehmer des Projektes sollte eine eigene Vision entwickeln und bildnerisch umsetzen. Die Ergebnisse werden in einer Ausstellung gezeigt.

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Gestaltung einer Unterführung

[ Projekt von Anna-Maria Schirmer und Kathrin Herbold ]

Am 29. Juni 2003 fand in Ochsenfurt ein Fest der Vereine statt. Zu diesem Anlass wurde eine Neugestaltung einer Unterführung durch Kinder, Jugendliche, Eltern und auch die Mitarbeiter der Ideenwerkstatt der Mainfränkischen Werkstätten geplant.

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Für die Kinder und Jugendlichen hatten Schüler/Innen und ein Lehrer der Hauptschule Gaukönigshofen die vorbereitenden Arbeiten übernommen, und Schülerzeichnungen auf Folie kopiert und per Overheadprojektor auf die Wand übertragen.

Den Beitrag der Ideenwerkstatt koordinierten Kathrin Herbold und ich. Eine gute Lösung für die Vereinbarung dieser unterschiedlichen Herangehensweisen sahen wir darin, von unterschiedlichen Seiten aufeinander zuzuarbeiten. Das heißt, wir begannen mit einem Eingang der Unterführung während das Team der Schule mit dem anderen anfing, in der Mitte wollten wir uns treffen.

Unserem Kunstpädagogischen Leitgedanken folgend, hatten wir versucht, in einigen vorbereitenden Stunden, mit den einzelnen Teilnehmern/Innen, interessendifferenzierte Entwürfe zu erstellen. Zu dem Überthema „Ochsenfurt, wie wir uns unsere Stadt wünschen“, sammelten wir Ideen und jeder entwarf sein Traumhaus.

Da uns für eine Gemeinschaftsarbeit dieser Art einige einheitliche Momente wichtig erschienen, entschieden wir, zunächst durch die Häuser einen Rahmen zu setzen, der einzelne Positionen miteinander verbindet und vernetzt. Bei der Ausgestaltung der einzelnen Häuser forcierten wir individualisierte Gestaltungen.

Um Schwierigkeiten mit Proportionen und Größenverhältnissen Weiterlesen

Ausstellung im Rathaus Ochsenfurt

Projekt von Anna-Maria Schirmer und Kathrin Herbold

Vom 08.05.2002 bis zum 23.06.2002 fand im Rathaus Ochsenfurt (Nähe Würzburg) eine Ausstellung mit Arbeiten aus den Ideenwerkstätten (Kurse an den Mainfränkischen Werkstätten für Menschen mit Behinderung) statt:

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