Gedanken zu Virtualität und Sinnlichkeit

Für einen Buchbeitrag denke ich über Folgendes nach – vielleicht möchtet Ihr Euren Blickwinkel dazu mit mir/uns teilen – gerne als Kommentar oder persönlich.

In Resonanz mit der sinnlichen Welt
– der Beitrag der Kunstpädagogik zu einer welthaltigen Erkenntnis angesichts digitaler Distanzierungsbewegungen

Mir scheint, ein großes Problem unserer Zeit ist, dass wir uns oft /vielleicht vorwiegend in einseitig rationalen, versachlichten – mit einer Terminologie von Adorno vielleicht auch erkalteten – Denk- und Handlungsräumen bewegen und so den Kontakt zur sinnlichen Welt sowie zu einer anderen Form der Bewusstheit vernachlässigen, wenn nicht gar verlieren.

Wir zelebrieren eine rationalistische Verstandeskultur, die in ihrer Einseitigkeit, das menschliche Gehirn (heute gerne auch ganz im technischen Geist als Festplatte bezeichnet) in das Zentrum des Universums stellte und dabei einsam werden ließ. Vielfach fehlt dem modernen Kopfmenschen die Bodenhaftung und umso stärker fordert dieser Teil des Menschseins Beachtung und füllt Fitness-Center, Waldkindergärten und Body-Awareness-Seminare. Weiterlesen

Advertisements

Wozu Kunstunterricht? Zeichnen um zu denken …

Zeichnen bedeutet, sich ein eigenes Bild von etwas zu machen. Dieses „Etwas“ wird durch den Prozess des Zeichnens genau angeschaut, durchdacht, erkannt …

Hier erklärt einer der führenden Mathematiker unserer Zeit, wie er durch Zeichnen denkt und erkennt und weshalb es keine verschwendete Zeit ist, wenn Kinder in der Schule Zeichnen lernen.

 

Wozu Kunstunterricht? Beispiel 2

Beispiel 2: Der Blick für Wesentliches

In dieser Unterrichtseinheit für die 11. Klasse ging es darum, die Schülerinnen und Schüler für die Möglichkeiten abstrahierter Darstellungsformen zu sensibilisieren. Jeder wählte eine kurze Episode aus der Odyssee und entwickelte dann in einer Serie von kleinen Tonarbeiten eine Plastik, die den Kern der Geschichte darstellen sollte.

wozu_kunst_2_02

Wozu? Weiterlesen

Kunstunterricht: Wozu ist das gut?

Als Lehrerin entscheide ich faktisch jeden Tag über die Verwendung von Lebens- und Bildungszeit meiner Schüler. Kinder und Jugendliche verbringen in der Schule, in der ich arbeite, ca. 45- 90 Minuten im Kunstunterricht. Sie zeichnen, malen, fotografieren, plastizieren, fertigen Drucke an, bauen Modelle und betrachten Kunstwerke und Phänomene der Alltagsästhetik.

Die Frage, `wozu ist das gut?`, steht nicht nur oft im Klassenraum, sondern beschäftigt sicher auch Eltern und Menschen, die über Schule nachdenken.

Warum einen aufwendigen Holzschnitt zum Drucken eines Bildes anfertigen, wenn wir doch allerorts und jederzeit über Drucker verfügen? Muss man heute wirklich noch zeichnen können?

Weshalb mit den Werken von freakigen Künstlern Zeit verbringen oder Architektur aus längst vergangener Zeit betrachten?

Ich möchte hier einige meiner persönlichen Antworten anbieten und meine Unterrichtsentscheidungen offen legen, fragmentarisch, strichpunktartig, diskutierbar

Beispiel 1: Ein Raum für einen Satz

Bei dieser Unterrichtseinheit wählten die Schüler einer 12. Klasse eine Zeile aus einem Lied oder einem Gedicht. Die Aufgabe bestand darin, zu dem Textfragment modellhaft eine Rauminstallation zu entwickeln, die mit Schrift und Bild arbeitet.

2018

Wozu? Weiterlesen