Gedanken zu Virtualität und Sinnlichkeit

Für einen Buchbeitrag denke ich über Folgendes nach – vielleicht möchtet Ihr Euren Blickwinkel dazu mit mir/uns teilen – gerne als Kommentar oder persönlich.

In Resonanz mit der sinnlichen Welt
– der Beitrag der Kunstpädagogik zu einer welthaltigen Erkenntnis angesichts digitaler Distanzierungsbewegungen

Mir scheint, ein großes Problem unserer Zeit ist, dass wir uns oft /vielleicht vorwiegend in einseitig rationalen, versachlichten – mit einer Terminologie von Adorno vielleicht auch erkalteten – Denk- und Handlungsräumen bewegen und so den Kontakt zur sinnlichen Welt sowie zu einer anderen Form der Bewusstheit vernachlässigen, wenn nicht gar verlieren.

Wir zelebrieren eine rationalistische Verstandeskultur, die in ihrer Einseitigkeit, das menschliche Gehirn (heute gerne auch ganz im technischen Geist als Festplatte bezeichnet) in das Zentrum des Universums stellte und dabei einsam werden ließ. Vielfach fehlt dem modernen Kopfmenschen die Bodenhaftung und umso stärker fordert dieser Teil des Menschseins Beachtung und füllt Fitness-Center, Waldkindergärten und Body-Awareness-Seminare.

Die Digitalisierung spielt in diese Entwicklung mit hinein und befeuert sie, ist sie doch einerseits Resultat technokratischen Denkens und andererseits ein Spielfeld auf welchem sich jene abgekapselte Sinnlichkeit und Emotionalität eigene, bisweilen bizarre Wege sucht.

Trotz aller Beteuerungen, eine Trennung in virtuell und real sei lange nicht mehr haltbar, haben wir es meiner Meinung nach in digitalen Räumen doch mit einer Wirklichkeit aus zweiter oder dritter Hand zu tun, und diese Wirklichkeit ist weit von der sinnlich belebten, leibliche Einfühlung anbietenden Welt entfernt.

Alles Denken und Erkennen muss meiner Ansicht nach durch den Widerstand des Materiellen hindurch, um angereichert zu werden und letztlich zu klarer Form zu finden.

Kunst ist ein Medium,
das uns mit uns selbst und mit der Welt
in eine dichte Beziehung bringen kann.

(Kernthese aus meiner Dissertation: Link)
Sie ermöglicht ein Wahrnehmen und Denken in Fühlung mit der Welt und kann daher im pädagogischen Kontext eine besondere Rolle einnehmen .

 

Kommentar zum Text:

wie gesagt handelt es sich um eine (plakative) Arbeitsfassung 🙂

Für Hinweise, die die großen Potenziale, die mit der Digitalisierung einhergehen (ich denke an Enthierarchisierungbewegungen, unkomplizierten Gedankenaustausch und neuen Formen  zwischenmenschlichen Begegnung) bin ich sehr dankbar …

 

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