Werkstattheft zur Zeit kostenfrei, …

Ich freue mich, dass mein Verlag Materialien für das Unterrichten zu Hause zur Verfügung stellt. Aktuell könnt ihr die PDFs zum Werkstattheft Zeichnen und Malen: Schritt für Schritt umsonst herunterladen und ausdrucken:

Werkstattheft: Malen und Zeichnen

Das Werkstattheft ist als Lehrgang angelegt, um das Kolorieren mit Aquarell- oder Deckfarben zu üben. Fehlen zu Hause die Materialien, können die Vorlagen auch genutzt werden, um die Bilder weiter zu zeichnen, zu ergänzen, zu verändern, zu collagieren… oder einfach zum Ausmalen mit Bunt- oder Filzstiften.

Kunstunterricht zu Hause: Gefäße erzählen Geschichten

Mit diesem Video-Tutorial möchte ich Kinder/Jugendliche animieren, sich mit griechischer Vasenmalerei auseinanderzusetzen.

 

Kommentar:  weil es sicher den ein oder anderen gibt, dem ein wenig die Haare zu Berge stehen angesichts der kleinteiligen Anweisung … Ja klar, Kunstunterricht live sieht anders aus. Von Wohnung zu Wohnung ist lange nicht so viel Vielfalt und Beweglichkeit möglich, wie in der Kunstwerkstatt. Bei jedem Tutorial versuche ich, mit einer konkreten, eng angeleiteten Gestaltungsidee zu starten und dann zu einer Aufgabe überzuleiten, die mehr individuellen Spielraum bietet. Schreibt mit gerne, wenn ihr Vorschläge und Ideen habt.

Kunstunterricht zu Hause

Damit der Unterricht auch von Wohnung zu Wohnung weitergehen kann, stelle ich euch hier Gestaltungsaufgaben und kleine Kunstprojekte vor. Natürlich seid ihr zuhause nicht so ausgestattet, wie in der Schule. Arbeitet einfach mit dem, was ihr habt und findet. Malt, zeichnet, klebt, bastelt, fotografiert, … Viel Vergnügen beim Gestalten 🙂

(an der Qualität meiner Lernvideos werde ich noch arbeiten. Bitte kleinere Fehler verzeihen 🙂 )

Kunstunterricht über Lernplattformen weiterführen

Seit einigen Jahren arbeitete ich mit meinen Kunstkursen in der Oberstufe mit einer digitalen Lernplattform. Aus aktuellem Anlass möchte ich einen Erfahrungsbericht teilen.

In Bayern stellt das Kultusministerium seit 2012 das Internetportal mebis (vergleichbar mit moodle) für alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung. Mebis ist kostenfrei, bietet ein Infoportal, eine Mediathek, eine digitale Tafel, ein Prüfungsportal und eine Lernplattform. Wer die Benutzung von mebis lernen möchte, findet direkt auf der Startseite guten Anleitungen.

Direkt auf der Startseite findet man ein Erste-Hilfe-Paket www.mebis.bayern.de

Auf der Lernplattform lege ich pro Halbjahr einen Kurs an und lade alle Schülerinnen und Schüler in diesen Kurs ein. Da in Bayern für alle Schüler*innen und Lehrer*innen der Zugang zu Mebis von Koordinatoren angelegt wird, geht das sehr einfach. Sind die Schüler*innen in den Kurs integriert, können wir auch via Mebis Nachrichten austauschen.   

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Video-Tutorial zum ersten Werkstattheft

Nachdem vor Kurzem mein Werkstattheft „Zeichnen und Malen Schritt für Schritt: kleine Pflanzen und Tiere kolorieren“ im Friedrich Verlag erschien,  gibt es jetzt dazu ein Video-Tutorial. Wer von mir lernen möchte, wie man mit Wasser- oder Aquarellfarben Zeichnungen kolorieren kann, oder wer einfach nur Spaß hat, mir bei der Arbeit zuzusehen, der ist eingeladen, diesem Link zu folgen:

Zeichnen und Malen Schritt für Schritt: kleine Pflanzen und Tiere kolorieren

Schreibt mir gerne einen Kommentar zu diesem Video, stellt Fragen oder teilt mit mir eure Ideen zum „Ausmalen“.

Erstes Werkstattheft: Pflanzen und kleine Tiere kolorieren – Zeichnen & Malen Schritt für Schritt

Fertigkeiten entstehen, wenn gute Anleitung mit Übung und stetig freierem Experimentieren zusammen kommen.

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Aus Wollen wird über Können eine persönliche Ausdrucksform.

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Schule beweglich machen – Gedanken zur Tagung „Kunsttherapie und Schule“

Auf einer interdisziplinären Tagung von Kunstpädagog*innen und Kunsttherapeut*innen übten wir uns im Perspektivenwechsel und arbeiteten gemeinsam daran, wie wir uns Schule auch jenseits aktueller limitierender Faktoren vorstellen können. Die Kolleg*innen aus der Kunsttherapie stellten überzeugende Projekte vor, die die heilende und salutogenetische Kraft des künstlerischen Handelns anschaulich zeigten. (Exemplarisch: Integrierte Kunsttherapie).

Wir Kunst- und Sonderpädagog*innen zeigten Schnittmengen auf und fanden mühelos Brücken von unserem bildenden zum therapeutischen und präventiven Handeln. Indem wir uns mit den eigenen Händen gestaltend ein Bild von der Welt machen, begegnen wir uns auch immer selbst. Diese Begegnung kann uns im Sinn eines Lernprozesses voranbringen, sie kann uns aber auch mit etwas konfrontieren, das zunächst nach einer Zäsur im Voranschreiten fordert.

So mag auch etwas in Erscheinung treten, das der individuellen und sorgsam begleiteten Bearbeitung in einem geschützten Rahmen bedarf, den ein Lehrer so nicht herstellen kann. „Manchmal sind auch Kinder mit basaler Lebenssicherung befasst und könne sich dann schlicht nicht um Schule kümmern“ (Christine Mechler-Schönach).

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(zur Seite der Veranstaltung)

Hier beginnt die Profession der Kunsttherapie. Im Malen, Zeichnen, Plastizieren, Theaterspielen können selbstreflektorische Klärungsprozesse angestoßen werden hier öffnen sich aber auch – und dies scheint mir besonders wichtig – Möglichkeitsräume außerhalb der permanenten Steigerungsdynamiken in denen sich auch unsere Kinder befinden, im selbstvergessenen und von äußeren Zwecken befreiten Tun zur Ruhe zu kommen. Dies mag dort besonders wichtig werden, wo sich das Leben gerade brüchig und wenig freundlich zeigt.

Krisen gehören zum Menschsein, das ist wohl eine Binsenweisheit. Und dennoch scheinen krisenhafte Episoden im Lebensfeld Schule noch zu wenig Beachtung zu finden. Der Einbindung kunsttherapeutischer Arbeit in schulische Kontexte stehen diverse Hindernisse im Weg. Wer darf was? Und was kann wie finanziert werden? Müssen wir Kinder erst mit einer Diagnose versehen und damit ein Stück weit stigmatisieren, damit Gelder fließen, oder wäre es nicht vielleicht doch an der Zeit, neue Sichtweisen voranzutreiben?

Auch aus inklusionspädagogischer Sicht wäre es doch hilfreich, wenn wir psychische Ausnahmezustände, Behinderung und Beeinträchtigung nicht mehr per Diagnose an einzelne Kinder heften müssten, sondern prinzipiell als situativ bedingtes Lernbiografiemoment erkennen und beweglicher behandeln könnten. Akzeptierten wir auf diesem Weg die Normalität jener besonderen aber allgemeinmenschlichen Episoden, könnten wir vielleicht Prävention und Therapie als normalen Teil von Schule etablieren.

In meinem Beitrag ging es um „Angst und Schule“. Mir ging es zum Einen darum, Angst als Teil elementarer Lebenskräfte darzustellen. Ich nehme an, dass Angst nicht per se negativ sein muss und dass viele Lernprozesse von Ängsten begleitet sind. Als Lehrende (und stets ja auch selbst Lernende) hilft es, wenn wir uns dessen bewusst sind. Zum Anderen wollte ich für die Nöte sensibilisieren, in welche Kinder geraten, die unter Schulängsten leiden. Die alarmierenden Zahlen der Kinder und Jugendlichen, die wegen Schulängsten behandelt werden müssen, sollten uns zu raschem Handeln motivieren. Letztlich versuchte ich einen Bogen zu spannen, zwischen den vehementen Steigerungs- und Entfremdungsmechanismen, die unser Leben durchziehen und den Ängsten und skizzierte in der resonanzhaften ästhetischen Erfahrungen nicht ein Heilmittel, wohl aber eine Gegenkraft.

Aufnahme des Vortrags und anschließende Fragen und Antworten

 

Bin ich schön?

Beim Aufräumen der Archive meines Vaters fiel mir diese kleine Tonfigur in die Hände. Kaum 25 Zentimeter hoch zog mich ihre eigentümliche Präsenz in ihren Bann und motivierte mich zu einigen Gedanken.

Aktdarstellung einer jungen Frau mit intellektueller Beeinträchtigung

Aktdarstellung einer jungen Frau mit intellektueller Beeinträchtigung

 

Es handelt sich, klar erkennbar um eine weiblich Aktdarstellung. Trotz eines durchaus voluminösen Körpers steht sie auf zwei äußerst zarten Füßen. Oder schwebt sie? Der Körper ist senkrecht aufgerichtet, wobei rechte Schulter und Hüfte leicht gedreht sind, sodass wir ihr nicht ganz frontal gegenüberstehen. Diese vorsichtig abwehrende Haltung wird durch die Modellierung einer markanten, vertikalen Fläche zwischen Schulter und Bauch unterstützt. Die weibliche Gestalt blickt über eben jene Schulter und hat den Kopf dabei sicher wenngleich keineswegs überheblich wirkend erhoben. (…)

Einem gängigen Schönheitsideal entspricht diese Körperdarstellung nicht; zu füllig sind die Volumina, zu disharmonisch die Kurven, zu brüchig die Oberfläche. Aber zart wirkt sie allemal.

Es ist vielleicht eine Errungenschaft der Kunst der Moderne, dass wir heute ein vielschichtiges Bild von Schönheit haben. Jenseits allglatter Plastikschönheiten digital geglitterter Topmodels, die von immer gleichen Zeitschriften-Cover herab an uns vorbei blicken, gibt es längst Vorstellungen „des Schönen“ die auch das Imperfekte, von vermeintlichen Normen abweichende umfassen. In Galerien und Kunstmuseen hat sich eine Kultur der Körperdarstellung etabliert, die den bis zur Unmenschlichkeit idealisierten Bildern der Hochglanzjournale diametral gegenüber steht. Hier werden im übertragenen Sinn sowie ganz direkt Versehrtheit und Verletzlichkeit auf den Sockel gestellt. Erst der Körper in seiner individuellen Besonderheit, Spuren sensibler, nicht selten auch brüchiger Identität aufweisend, biografisch gezeichnet, vermag hier den Ausdruck des Menschlichen zu transportieren. Das Echte wurde zum Schönen.

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